Dieter Marbach

Hochbeet – Garten im Kleinformat

(Mai 2017)

Beliebt wie noch nie, erobern Hochbeete die Gärten, Balkone und sogar zubetonierte Innenstädte. Doch ganz so neu ist das Hochbeet gar nicht.

Ende des 19. Jahrhunderts kam das Geranium in den Schweizer Städten in Mode. 1897 zum Beispiel führte der Verschönerungsverein der Stadt Bern eine Prämierung (Neudeutsch Casting) der schönsten Blumenfenster durch.

Voraussetzung dafür war das damals revolutionäre «Blueme-Chischtli» fürs Fenstersims. Und was ist das «Blueme-Chischtli» anderes als ein Hochbeet? Ja sogar ein Höchstbeet, das locker ein Balkongeländer eines 20-stöckigen Wohnhauses ziert!

Mit heutigen Hochbeeten kann man gärtnern, wo eigentlich gar kein Garten ist. Auch wo es eng ist, schaffen sie eine grüne Oase, ein Blumenparadies oder einen gäbigen Gemüse-Pflanzblätz. Im Garten sind sie oft ein Blickfang, denn die Pflanzkisten sind in unzähligen dekorativen Varianten erhältlich.

Der flexible Garten

Viele glauben, Hochbeete seien vor allem für Gärtner mit Rückenproblemen. Zugegeben, es ist praktisch, wenn man sich zum Pflanzen und Jäten nicht bücken muss. Das Besondere aber ist, dass sie flexibel einsetzbar sind. Für Gemüse zum Beispiel platziert man das Hochbeet einfach an einen sonnigen Standort. Wer es im nächsten Jahr zum Beispiel mit Farnen, Funkien oder Vergissmeinnicht versuchen will, zügelt den «Garten» an einen eher schattigen, geschützten Ort. Das geht besonders leicht, wenn das Hochbeet Rollen hat.

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Ebenso einfach ist es, im Hochbeet genau die Erde einzusetzen, welche die gewünschten Pflanzen brauchen. Zum Beispiel Arnika, Fleissiges Lieschen oder Pfingstrosen mögen saure Böden – im Hochbeet ganz leicht herzustellen: Erde lockern, Kompost, Kaffeesatz, gehäckseltes Nadelholz oder Sägemehl unter die Erde mischen, gut zureden, fertig. Wir zeigen gerne, wie man das am besten macht – und haben auch noch andere Tricks auf Lager.

Hochbeete machen den Schädlingen das Leben schwer. Für Mäuse sind sie unerreichbar, wenn sie hoch genug sind. Wer Schnecken nicht mag, probiert es mit einem Schneckenzaun oder streut um das Hochbeet herum ein «Mädli» Sägemehl.

Da Hochbeete im Trend sind, ist auch das Angebot riesig. Es lohnt sich, die Pflanzkästen vor dem Kauf gut anzuschauen. Woraus sind sie gemacht, wie zusammengebaut, kann das Wasser abfliessen? Dies sind Fragen, die Sie am besten mit uns besprechen. Ein Anruf genügt.