Durstiges Wetter im Garten

(Juli 2017)

Jetzt giessen sie wieder. Die einen Hobby-Gärtner stressen ihre Pflanzen mit biblischen Dürreperioden und lassen dann und wann eine wahre Sintflut herabregnen. Andere «bitzelen» und sind dafür ständig am wässern.

Die beste Lösung aber liegt wie so oft in der Mitte – mit ein paar Tricks für die verschiedenen Pflanzen. Zuerst einmal: Nicht alle brauchen gleich viel Wasser. Oleander, Palmen oder Königskerze stammen aus dem mediterranen Raum und vertragen Trockenheit besser als zum Beispiel Fuchsien, Hortensien, Tomaten usw. Trockene, warme Sommertage heisst also nicht automatisch «viel Wasser».

Der richtige Zeitpunkt

Ideal ist, frühmorgens die Erde anzufeuchten und ca. eine halbe Stunde später zu giessen. So kann der trockene und harte Boden in der Morgenkühle aufweichen und später das Giesswasser überhaupt aufnehmen. Giessen auf trockenen Boden und womöglich am Mittag hat dagegen nur zur Folge, dass das Wasser auf dem harten Boden abfliesst und verdunstet.

Wichtig ist auch die richtige Wassermenge. Zu häufiges Giessen hat zur Folge, dass die Wurzeln bloss an der Oberfläche wachsen und die Pflanzen immer ausgiebiger gegossen werden müssen.

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Pflanzen mögen keine Duschen

Denn Wassertropfen auf den Blättern wirken wie Brenngläser, die die Pflanze versengen. Giessen mit einem Sprühregen aus dem Schlauch ist also nicht ratsam. Ebenso ungünstig ist ein scharfer Wasserstrahl. Sinnvoll sind Brausen, die gut dosieren – am besten den Fachmann fragen.

Auf Balkonien Ist es am einfachsten. Kübelpflanzen kann man morgens giessen und während der Tageshitze in den Schatten rücken. Für Kistchen am Balkongeländer gilt die Faustregel: Bei 50 cm Länge sind ca. 15 Liter pro Tag nötig.

Für den Rasen ist die richtige Wassermenge besonders schwierig abzuschätzen. Eine patente Faustregel lautet: Ein Becher mit ca. 1.5 Deziliter Inhalt auf den Rasen stellen, den Sprinkler starten und so lange sprinkeln lassen, bis der Becher voll ist.

Wasser ist kostbar

Zweifellos ist Wasser einer der wichtigsten Rohstoffe. Was bei uns aus dem Hahnen fliesst, hat Trinkwasser-Qualität. Deshalb sollte ein achtsamer Umgang selbstverständlich sein. Um Wasser zu sparen, ist vielerorts eine Regentonne sinnvoll. Neben dem Abflussrohr des Dachkennels aufgestellt, kann man das Regenwasser nutzen, indem ein Ausguss ins Rohr eingebaut wird.

Giesst man mit dem Schlauch, sollte man ihn nach Gebrauch ausleeren (z. B. in die Regentonne). Dies verhindert, dass sich das restliche Wasser erhitzt und beim nächsten Giessen die Pflanzen verbrennt.