Dieter Marbach

Auch im Schatten gibt es Licht

(Juni 2017)

Schattige Plätze im Garten sind für den Gärtner keine Problemzonen. Im Gegenteil, sie bieten vielen Pflanzen ideale Standorte.

«Pflanzen brauchen viel Sonne», ist ein Irrtum, der noch in vielen Köpfen herumgeistert. Genauso wie die Vorstellung, dass es für schattige Bereiche kaum schöne Planzen gibt. Dabei bevorzugen zum Beispiel viele Sträucher den Schatten.

In einer raffinierten Kombination werden sie sogar zum Blickfang, der bei optimaler Pflanzenwahl das ganze Jahr über erfreut.

Schattenplätze sind anspruchsvoll

Nicht nur Gebäude werfen Schatten, sondern auch Bäume und andere Gehölze. Allerdings bieten sie weiteren Pflanzen in ihrer unmittelbaren Nähe zeitweise Licht, so zum Beispiel bei bestimmtem Einfallswinkel des Sonnenlichts oder im Herbst und Winter nach dem Laubfall. Schattenplätze sind oft trocken, da die Schattenspender Witterungseinflüsse – und damit die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen – einschränken wenn nicht sogar verhindern. Dies macht die Wahl der «richtigen» Pflanzen nicht ganz einfach. Doch mit einer durchdachten Mischung von verschiedenen Sträuchern können Pflanzengesellschaften geschaffen werden, die 15 Jahre und länger gedeihen.

schatten_pixelio_web2

 

Dank der grossen Artenvielfalt gestaltet der Fachmann Pflanzungen, die durch vielseitige Strukturen, Grössen und Farben die Blicke auf sich ziehen. Immer- und wintergrüne Sträucher geben dem Garten das ganze Jahr über Vitalität. Verschiedenartige Blüh-Aspekte schenken erstens bunten Farbenzauber, der zweitens aufgrund zeitlich unterschiedlicher Blühphasen vom Frühling bis in den Spätsommer anhält. Gut gruppierte Begleit- und Bodendeckstauden bringen eine gewisse Ruhe in die Pflanzung. Abhängig von der Anordnung der Pflanzen kann man sogar einer Waldbodenvegetation nahe kommen.

Eine gewisse Pflege ist nötig

Diese vielen Gestaltungsvarianten sind nur möglich, weil das Angebot an Sträuchern und anderen Pflanzen riesig ist. Aus ökologischen Gründen empfehlen wir unseren Kunden möglichst einheimische Sorten. Der Pflegeaufwand ist im ersten Jahr etwas höher und sollte dem Fachmann anvertraut werden. So ist es unter anderem nötig, wiederholt durchdringend zu wässern. Ebenfalls wichtig ist regelmässiges Jäten; dies muss allerdings behutsam gemacht werden, ohne zu hacken, damit die Pflanzen im Wachstum nicht gestört werden und kein neues Unkraut aufkommt.

Ein besonderes Thema ist der Rückschnitt: Winter- und immergrüne Pflanzen brauchen meist keinen Rückschnitt. Andere sind dagegen anspruchsvoll und müssen selektiv meist im Spätwinter von Hand geschnitten werden. Auch dafür lohnt es sich, den Fachmann beizuziehen.